Desiderata Mi, Sep 9. 2009
Go placidly amid the noise and the haste,
and remember what peace there may be in silence.
As far as possible, without surrender,
be on good terms with all persons.
Speak your truth quietly and clearly;
and listen to others,
even to the dull and the ignorant;
they too have their story.
Avoid loud and aggressive persons;
they are vexatious to the spirit.
If you compare yourself with others,
you may become vain or bitter,
for always there will be greater and lesser persons than yourself.
Enjoy your achievements as well as your plans.
Keep interested in your own career, however humble;
it is a real possession in the changing fortunes of time.
Exercise caution in your business affairs,
for the world is full of trickery.
But let this not blind you to what virtue there is;
many persons strive for high ideals,
and everywhere life is full of heroism.
Be yourself. Especially do not feign affection.
Neither be cynical about love,
for in the face of all aridity and disenchantment,
it is as perennial as the grass.
Take kindly the counsel of the years,
gracefully surrendering the things of youth.
Nurture strength of spirit to shield you in sudden misfortune.
But do not distress yourself with dark imaginings.
Many fears are born of fatigue and loneliness.
Beyond a wholesome discipline,
be gentle with yourself.
You are a child of the universe
no less than the trees and the stars;
you have a right to be here.
And whether or not it is clear to you,
no doubt the universe is unfolding as it should.
Therefore be at peace with God,
whatever you conceive Him to be.
And whatever your labors and aspirations,
in the noisy confusion of life,
keep peace in your soul.
With all its sham, drudgery, and broken dreams,
it is still a beautiful world.
Be cheerful. Strive to be happy.
(Max Ehrmann, 1927)
Was Wikipedia dazu zu sagen weiß: Desiderata
Auf Deutsch:
Geh deinen Weg ruhig
– mitten in Lärm und Hast –
und wisse, welchen Frieden
die Stille dir schenken kann.
Steh mit allen auf gutem Fuß, wenn es geht;
aber gib dich selber dabei nicht auf.
Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar,
und höre die anderen auch an,
selbst die langweilig Stumpfen.
Auch sie haben ihre Geschichte.
Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften:
Die Welt ist voll von Tricks und Betrug.
Aber werde dadurch nicht blind für das,
was dir an Tugend begegnet;
es gibt so viele, die sich um Gutes bemühen,
und im Leben um dich her verbirgt sich viel Heldentum.
Sei du selber!
Vor allem: heuchle keine Zuneigung,
wo du sie nicht spürst;
doch denke auch nicht verächtlich von der Liebe,
wo sie sich wieder regt.
Sie erfährt so viel Entzauberung,
erträgt so viel Dürre
und wächst doch voller Ausdauer immer neu,
wie das Gras.
Laute und zänkische Menschen meide,
sie sind eine Plage für dein Gemüt.
Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst,
wisse, dass Eitelkeit oder Bitterkeit auf dich warten;
denn es wird immer größere und geringere Leute geben als dich.
Freue dich an deinen Erfolgen
und an deinen Plänen.
Strebe wohl danach, weiterzukommen,
aber bleibe bescheiden.
Bescheidenheit ist ein guter Besitz
im wechselnden Glück des Lebens.
Nimm den Ratschluss der Jahre
mit Freundlichkeit an,
und gib deine Jugend mit Anmut zurück,
wenn sie endet.
Pflege die Kräfte deines Gemütes,
damit es dich schützen kann,
wenn Unglück dich trifft.
Aber erschöpfe dich nicht durch dunkle Vorahnungen.
Viele Ängste entstehen aus Erschöpfung und Einsamkeit.
Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir,
im Übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selber.
Du bist ein Kind der Schöpfung,
nicht weniger, als die Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht darauf, hier zu sein.
Und ob du es merkst oder nicht,
es entfaltet die Schöpfung sich ohne Zweifel so, wie sie es soll.
Lebe in Frieden mit Gott,
wie immer du ihn jetzt für dich begreifst;
und was auch immer deine Mühen und Träume sind
in der verwirrenden Unruhe des Lebens,
halte Frieden mit deiner eigenen Seele.
Mit all ihrem Trug, ihrer Plackerei und ihren zerronnen Träume
– die Welt ist immer noch schön!
Lebe sorgfältig!
Versuche, glücklich zu sein.
and remember what peace there may be in silence.
As far as possible, without surrender,
be on good terms with all persons.
Speak your truth quietly and clearly;
and listen to others,
even to the dull and the ignorant;
they too have their story.
Avoid loud and aggressive persons;
they are vexatious to the spirit.
If you compare yourself with others,
you may become vain or bitter,
for always there will be greater and lesser persons than yourself.
Enjoy your achievements as well as your plans.
Keep interested in your own career, however humble;
it is a real possession in the changing fortunes of time.
Exercise caution in your business affairs,
for the world is full of trickery.
But let this not blind you to what virtue there is;
many persons strive for high ideals,
and everywhere life is full of heroism.
Be yourself. Especially do not feign affection.
Neither be cynical about love,
for in the face of all aridity and disenchantment,
it is as perennial as the grass.
Take kindly the counsel of the years,
gracefully surrendering the things of youth.
Nurture strength of spirit to shield you in sudden misfortune.
But do not distress yourself with dark imaginings.
Many fears are born of fatigue and loneliness.
Beyond a wholesome discipline,
be gentle with yourself.
You are a child of the universe
no less than the trees and the stars;
you have a right to be here.
And whether or not it is clear to you,
no doubt the universe is unfolding as it should.
Therefore be at peace with God,
whatever you conceive Him to be.
And whatever your labors and aspirations,
in the noisy confusion of life,
keep peace in your soul.
With all its sham, drudgery, and broken dreams,
it is still a beautiful world.
Be cheerful. Strive to be happy.
(Max Ehrmann, 1927)
Was Wikipedia dazu zu sagen weiß: Desiderata
Auf Deutsch:
Geh deinen Weg ruhig
– mitten in Lärm und Hast –
und wisse, welchen Frieden
die Stille dir schenken kann.
Steh mit allen auf gutem Fuß, wenn es geht;
aber gib dich selber dabei nicht auf.
Sage deine Wahrheit immer ruhig und klar,
und höre die anderen auch an,
selbst die langweilig Stumpfen.
Auch sie haben ihre Geschichte.
Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften:
Die Welt ist voll von Tricks und Betrug.
Aber werde dadurch nicht blind für das,
was dir an Tugend begegnet;
es gibt so viele, die sich um Gutes bemühen,
und im Leben um dich her verbirgt sich viel Heldentum.
Sei du selber!
Vor allem: heuchle keine Zuneigung,
wo du sie nicht spürst;
doch denke auch nicht verächtlich von der Liebe,
wo sie sich wieder regt.
Sie erfährt so viel Entzauberung,
erträgt so viel Dürre
und wächst doch voller Ausdauer immer neu,
wie das Gras.
Laute und zänkische Menschen meide,
sie sind eine Plage für dein Gemüt.
Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst,
wisse, dass Eitelkeit oder Bitterkeit auf dich warten;
denn es wird immer größere und geringere Leute geben als dich.
Freue dich an deinen Erfolgen
und an deinen Plänen.
Strebe wohl danach, weiterzukommen,
aber bleibe bescheiden.
Bescheidenheit ist ein guter Besitz
im wechselnden Glück des Lebens.
Nimm den Ratschluss der Jahre
mit Freundlichkeit an,
und gib deine Jugend mit Anmut zurück,
wenn sie endet.
Pflege die Kräfte deines Gemütes,
damit es dich schützen kann,
wenn Unglück dich trifft.
Aber erschöpfe dich nicht durch dunkle Vorahnungen.
Viele Ängste entstehen aus Erschöpfung und Einsamkeit.
Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir,
im Übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selber.
Du bist ein Kind der Schöpfung,
nicht weniger, als die Bäume und Sterne es sind.
Du hast ein Recht darauf, hier zu sein.
Und ob du es merkst oder nicht,
es entfaltet die Schöpfung sich ohne Zweifel so, wie sie es soll.
Lebe in Frieden mit Gott,
wie immer du ihn jetzt für dich begreifst;
und was auch immer deine Mühen und Träume sind
in der verwirrenden Unruhe des Lebens,
halte Frieden mit deiner eigenen Seele.
Mit all ihrem Trug, ihrer Plackerei und ihren zerronnen Träume
– die Welt ist immer noch schön!
Lebe sorgfältig!
Versuche, glücklich zu sein.
Geschrieben von Marion
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Tags für diesen Artikel: gedicht, nachdenklich
Eindrücke aus Litauen Di, Aug 4. 2009
Stufen Mi, Jul 1. 2009
Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)
Des Obristen Tod Mo, Jun 22. 2009
Es stehn grüne Jäger im schweigenden Feld,
Eine Hütte Zuflucht bot,
Am Tore die Wache des Feldherrn hält.
Der Obrist ringt drin mit dem Tod.
Aus Dörfern strömt es in Menge herbei:
Ein ruhmreicher Held muß es sein, den so treu
Das einfache Volk beweint und beklagt,
Nach dem es so teilnehmend fragt.
Sein Roß ließ er satteln den Freund mancher Not
Und Gefahr im Schlachtengefecht,
Noch einmal will er es sehn vor dem Tod,
Zur Stube herein führt's der Knecht;
Und ließ sich bringen sein Jägergewand,
Patronen und Messer und Gürtelband,
Will wie Czarniecki sein Rüstzeug noch sehn,
Bevor er von hinnen muß gehn.
Und als man das Roß aus der Stube geführt,
Mit Gott trat der Priester herein;
Die rauhen Krieger erbleichten gerührt,
Das Volk betet stumm Litanein.
Und selbst Kosciuszkos Mannen, die kühn
Ihr Leben gewagt schon und fremdes sahn fliehn,
Und niemals geweint eine Trän' -
Die hat man dort weinen gesehn.
Beim Morgengrauen die Glocke erklang,
Doch kein Soldat war mehr da,
Der Russe schon in die Gegend drang,
Nur Volk kam von ferne und nah:
Da lag denn der Feldherr aufgebahrt,
Das Kreuz in die Hand ihm gegeben ward,
Zu Häupten der Sattel, zur Seite lag schwer
Sein Messer, sein Doppelgewehr.
Doch siehe! der Feldherr im Jägerkleid
Hat ein Mädchengesicht und die Brust einer Maid,
Das Volk ward's mit Staunen gewahr.
Der Feldherr - des Aufstandes Führerin
Ein Heldenmädchen, die Litauerin
Emilie Plater war.
(Adam Mickiewicz, Nachdichtung von Ella Mandl)
Eine Hütte Zuflucht bot,
Am Tore die Wache des Feldherrn hält.
Der Obrist ringt drin mit dem Tod.
Aus Dörfern strömt es in Menge herbei:
Ein ruhmreicher Held muß es sein, den so treu
Das einfache Volk beweint und beklagt,
Nach dem es so teilnehmend fragt.
Sein Roß ließ er satteln den Freund mancher Not
Und Gefahr im Schlachtengefecht,
Noch einmal will er es sehn vor dem Tod,
Zur Stube herein führt's der Knecht;
Und ließ sich bringen sein Jägergewand,
Patronen und Messer und Gürtelband,
Will wie Czarniecki sein Rüstzeug noch sehn,
Bevor er von hinnen muß gehn.
Und als man das Roß aus der Stube geführt,
Mit Gott trat der Priester herein;
Die rauhen Krieger erbleichten gerührt,
Das Volk betet stumm Litanein.
Und selbst Kosciuszkos Mannen, die kühn
Ihr Leben gewagt schon und fremdes sahn fliehn,
Und niemals geweint eine Trän' -
Die hat man dort weinen gesehn.
Beim Morgengrauen die Glocke erklang,
Doch kein Soldat war mehr da,
Der Russe schon in die Gegend drang,
Nur Volk kam von ferne und nah:
Da lag denn der Feldherr aufgebahrt,
Das Kreuz in die Hand ihm gegeben ward,
Zu Häupten der Sattel, zur Seite lag schwer
Sein Messer, sein Doppelgewehr.
Doch siehe! der Feldherr im Jägerkleid
Hat ein Mädchengesicht und die Brust einer Maid,
Das Volk ward's mit Staunen gewahr.
Der Feldherr - des Aufstandes Führerin
Ein Heldenmädchen, die Litauerin
Emilie Plater war.
(Adam Mickiewicz, Nachdichtung von Ella Mandl)
Traurigkeit die jeder kennt Fr, Jun 12. 2009
Man weiß von vornherein, wie es verläuft.
Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter.
Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft:
die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter.
Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund.
Und angefüllt ist man mit nichts als Leere.
Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund.
Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.
Man will allein sein. Und auch wieder nicht.
Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln.
Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?"
Ach, solche Falten kann kein Schneider bügeln.
Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt?
Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen.
Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt.
Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen.
Man möchte fort und findet kein Versteck.
Es wäre denn, man ließe sich begraben.
Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck.
Man möchte tot sein. Oder Gründe haben.
Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben.
Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam.
Mal ist man unten, und mal ist man oben.
Die Seelen werden immer wieder zahm.
Der Eine nickt und sagt: "So ist das Leben."
Der andre schüttelt seinen Kopf und weint.
Wer traurig ist, sei´s ohne Widerstreben!
Soll das ein Trost sein? So war´s nicht gemeint.
(Erich Kästner)
Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter.
Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft:
die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter.
Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund.
Und angefüllt ist man mit nichts als Leere.
Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund.
Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.
Man will allein sein. Und auch wieder nicht.
Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln.
Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?"
Ach, solche Falten kann kein Schneider bügeln.
Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt?
Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen.
Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt.
Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen.
Man möchte fort und findet kein Versteck.
Es wäre denn, man ließe sich begraben.
Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck.
Man möchte tot sein. Oder Gründe haben.
Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben.
Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam.
Mal ist man unten, und mal ist man oben.
Die Seelen werden immer wieder zahm.
Der Eine nickt und sagt: "So ist das Leben."
Der andre schüttelt seinen Kopf und weint.
Wer traurig ist, sei´s ohne Widerstreben!
Soll das ein Trost sein? So war´s nicht gemeint.
(Erich Kästner)
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