Stufen Mi, Jul 1. 2009
Wie jede Blüte welkt
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)
und jede Jugend dem Alter weicht,
blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in and're, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft zu leben.
Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten!
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt,
so droht Erschlaffen!
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.
Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden:
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!
(Hermann Hesse)
Des Obristen Tod Mo, Jun 22. 2009
Es stehn grüne Jäger im schweigenden Feld,
Eine Hütte Zuflucht bot,
Am Tore die Wache des Feldherrn hält.
Der Obrist ringt drin mit dem Tod.
Aus Dörfern strömt es in Menge herbei:
Ein ruhmreicher Held muß es sein, den so treu
Das einfache Volk beweint und beklagt,
Nach dem es so teilnehmend fragt.
Sein Roß ließ er satteln den Freund mancher Not
Und Gefahr im Schlachtengefecht,
Noch einmal will er es sehn vor dem Tod,
Zur Stube herein führt's der Knecht;
Und ließ sich bringen sein Jägergewand,
Patronen und Messer und Gürtelband,
Will wie Czarniecki sein Rüstzeug noch sehn,
Bevor er von hinnen muß gehn.
Und als man das Roß aus der Stube geführt,
Mit Gott trat der Priester herein;
Die rauhen Krieger erbleichten gerührt,
Das Volk betet stumm Litanein.
Und selbst Kosciuszkos Mannen, die kühn
Ihr Leben gewagt schon und fremdes sahn fliehn,
Und niemals geweint eine Trän' -
Die hat man dort weinen gesehn.
Beim Morgengrauen die Glocke erklang,
Doch kein Soldat war mehr da,
Der Russe schon in die Gegend drang,
Nur Volk kam von ferne und nah:
Da lag denn der Feldherr aufgebahrt,
Das Kreuz in die Hand ihm gegeben ward,
Zu Häupten der Sattel, zur Seite lag schwer
Sein Messer, sein Doppelgewehr.
Doch siehe! der Feldherr im Jägerkleid
Hat ein Mädchengesicht und die Brust einer Maid,
Das Volk ward's mit Staunen gewahr.
Der Feldherr - des Aufstandes Führerin
Ein Heldenmädchen, die Litauerin
Emilie Plater war.
(Adam Mickiewicz, Nachdichtung von Ella Mandl)
Eine Hütte Zuflucht bot,
Am Tore die Wache des Feldherrn hält.
Der Obrist ringt drin mit dem Tod.
Aus Dörfern strömt es in Menge herbei:
Ein ruhmreicher Held muß es sein, den so treu
Das einfache Volk beweint und beklagt,
Nach dem es so teilnehmend fragt.
Sein Roß ließ er satteln den Freund mancher Not
Und Gefahr im Schlachtengefecht,
Noch einmal will er es sehn vor dem Tod,
Zur Stube herein führt's der Knecht;
Und ließ sich bringen sein Jägergewand,
Patronen und Messer und Gürtelband,
Will wie Czarniecki sein Rüstzeug noch sehn,
Bevor er von hinnen muß gehn.
Und als man das Roß aus der Stube geführt,
Mit Gott trat der Priester herein;
Die rauhen Krieger erbleichten gerührt,
Das Volk betet stumm Litanein.
Und selbst Kosciuszkos Mannen, die kühn
Ihr Leben gewagt schon und fremdes sahn fliehn,
Und niemals geweint eine Trän' -
Die hat man dort weinen gesehn.
Beim Morgengrauen die Glocke erklang,
Doch kein Soldat war mehr da,
Der Russe schon in die Gegend drang,
Nur Volk kam von ferne und nah:
Da lag denn der Feldherr aufgebahrt,
Das Kreuz in die Hand ihm gegeben ward,
Zu Häupten der Sattel, zur Seite lag schwer
Sein Messer, sein Doppelgewehr.
Doch siehe! der Feldherr im Jägerkleid
Hat ein Mädchengesicht und die Brust einer Maid,
Das Volk ward's mit Staunen gewahr.
Der Feldherr - des Aufstandes Führerin
Ein Heldenmädchen, die Litauerin
Emilie Plater war.
(Adam Mickiewicz, Nachdichtung von Ella Mandl)
Traurigkeit die jeder kennt Fr, Jun 12. 2009
Man weiß von vornherein, wie es verläuft.
Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter.
Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft:
die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter.
Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund.
Und angefüllt ist man mit nichts als Leere.
Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund.
Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.
Man will allein sein. Und auch wieder nicht.
Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln.
Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?"
Ach, solche Falten kann kein Schneider bügeln.
Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt?
Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen.
Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt.
Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen.
Man möchte fort und findet kein Versteck.
Es wäre denn, man ließe sich begraben.
Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck.
Man möchte tot sein. Oder Gründe haben.
Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben.
Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam.
Mal ist man unten, und mal ist man oben.
Die Seelen werden immer wieder zahm.
Der Eine nickt und sagt: "So ist das Leben."
Der andre schüttelt seinen Kopf und weint.
Wer traurig ist, sei´s ohne Widerstreben!
Soll das ein Trost sein? So war´s nicht gemeint.
(Erich Kästner)
Vor morgen früh wird man bestimmt nicht munter.
Und wenn man sich auch noch so sehr besäuft:
die Bitterkeit, die spült man nicht hinunter.
Die Trauer kommt und geht ganz ohne Grund.
Und angefüllt ist man mit nichts als Leere.
Man ist nicht krank. Und ist auch nicht gesund.
Es ist, als ob die Seele unwohl wäre.
Man will allein sein. Und auch wieder nicht.
Man hebt die Hand und möchte sich verprügeln.
Vorm Spiegel denkt man: "Das ist dein Gesicht?"
Ach, solche Falten kann kein Schneider bügeln.
Vielleicht hat man sich das Gemüt verrenkt?
Die Sterne ähneln plötzlich Sommersprossen.
Man ist nicht krank. Man fühlt sich nur gekränkt.
Und hält, was es auch sei, für ausgeschlossen.
Man möchte fort und findet kein Versteck.
Es wäre denn, man ließe sich begraben.
Wohin man blickt, entsteht ein dunkler Fleck.
Man möchte tot sein. Oder Gründe haben.
Man weiß, die Trauer ist sehr bald behoben.
Sie schwand noch jedes Mal, so oft sie kam.
Mal ist man unten, und mal ist man oben.
Die Seelen werden immer wieder zahm.
Der Eine nickt und sagt: "So ist das Leben."
Der andre schüttelt seinen Kopf und weint.
Wer traurig ist, sei´s ohne Widerstreben!
Soll das ein Trost sein? So war´s nicht gemeint.
(Erich Kästner)
Freundliche Erinnerung Sa, Mär 14. 2009
Ich meine Neo Dampf! Sa, Feb 28. 2009
Einen wunderschönen guten Tag! Ja, mich gibt's noch... Nach längerer Funkstille (nur unterbrochen durch eine nicht erwähnenswerte Anzahl von unpersönlichen "Guckt mal was ich da gefunden habe"-Blogeinträgen) im vergangenen Jahr möchte ich mich mal wieder zu Wort melden. Inzwischen darf ich mich offiziell Dipl.-Inf. nennen (also, Elias, ab jetzt bitte "Frau Dipl.-Inf. B."!) und habe, wie mein Mitblogger, der Hauptstadt des Nebels den Rücken gekehrt. Wobei ich sagen muss, dass mein jetziger Arbeits- und Promotionsplatz (jahaa!!) der Nebelstadt in dieser Beziehung ebenbürtig ist... Wohnen tu ich jedoch ein Bisschen weiter südlich und somit außerhalb des Haupt-Nebelaufkommens.
So weit, so gut. Wer ist jetzt dieser Neo Dampf? Da ich in meiner neuen Heimatstadt gerne vom regen Kulturangebot Gebrauch mache(n würde) - wisst ihr inzwischen, wo ich jetzt bin? - bin ich nicht umhin gekommen, von diesem unglaublichen Künstler Notiz zu nehmen. Seht euch die Website an, bildet euch selbst ein Urteil, und ihr werdet sehen: dieser Mann verdient Unterstützung!
Nähere Informationen und interessante Links findet ihr auf der Seite der Kammerspiele (ach Mist, damit hab ich mich dann auch schon verraten, hm?), wenn ihr nach "DATENSTRUDEL: Meinten Sie Neo Dampf?" sucht.
Für alle, die noch überzeugt werden müssen, hier noch ein kleines Video des großen Künstlers:
Mehr Videos in ähnlicher Qualität sind auf Youtube zu finden, interessant ist da auch die schnöde Nachahmung "der kann abdampfen alda", die natürlich bei Weitem nicht an das Original heranreicht.
So weit, so gut. Wer ist jetzt dieser Neo Dampf? Da ich in meiner neuen Heimatstadt gerne vom regen Kulturangebot Gebrauch mache(n würde) - wisst ihr inzwischen, wo ich jetzt bin? - bin ich nicht umhin gekommen, von diesem unglaublichen Künstler Notiz zu nehmen. Seht euch die Website an, bildet euch selbst ein Urteil, und ihr werdet sehen: dieser Mann verdient Unterstützung!
Nähere Informationen und interessante Links findet ihr auf der Seite der Kammerspiele (ach Mist, damit hab ich mich dann auch schon verraten, hm?), wenn ihr nach "DATENSTRUDEL: Meinten Sie Neo Dampf?" sucht.
Für alle, die noch überzeugt werden müssen, hier noch ein kleines Video des großen Künstlers:
Mehr Videos in ähnlicher Qualität sind auf Youtube zu finden, interessant ist da auch die schnöde Nachahmung "der kann abdampfen alda", die natürlich bei Weitem nicht an das Original heranreicht.
« vorherige Seite
(Seite 1 von 30, insgesamt 147 Einträge)
nächste Seite »


