Eindrücke aus Litauen Di, Aug 4. 2009
Des Obristen Tod Mo, Jun 22. 2009
Es stehn grüne Jäger im schweigenden Feld,
Eine Hütte Zuflucht bot,
Am Tore die Wache des Feldherrn hält.
Der Obrist ringt drin mit dem Tod.
Aus Dörfern strömt es in Menge herbei:
Ein ruhmreicher Held muß es sein, den so treu
Das einfache Volk beweint und beklagt,
Nach dem es so teilnehmend fragt.
Sein Roß ließ er satteln den Freund mancher Not
Und Gefahr im Schlachtengefecht,
Noch einmal will er es sehn vor dem Tod,
Zur Stube herein führt's der Knecht;
Und ließ sich bringen sein Jägergewand,
Patronen und Messer und Gürtelband,
Will wie Czarniecki sein Rüstzeug noch sehn,
Bevor er von hinnen muß gehn.
Und als man das Roß aus der Stube geführt,
Mit Gott trat der Priester herein;
Die rauhen Krieger erbleichten gerührt,
Das Volk betet stumm Litanein.
Und selbst Kosciuszkos Mannen, die kühn
Ihr Leben gewagt schon und fremdes sahn fliehn,
Und niemals geweint eine Trän' -
Die hat man dort weinen gesehn.
Beim Morgengrauen die Glocke erklang,
Doch kein Soldat war mehr da,
Der Russe schon in die Gegend drang,
Nur Volk kam von ferne und nah:
Da lag denn der Feldherr aufgebahrt,
Das Kreuz in die Hand ihm gegeben ward,
Zu Häupten der Sattel, zur Seite lag schwer
Sein Messer, sein Doppelgewehr.
Doch siehe! der Feldherr im Jägerkleid
Hat ein Mädchengesicht und die Brust einer Maid,
Das Volk ward's mit Staunen gewahr.
Der Feldherr - des Aufstandes Führerin
Ein Heldenmädchen, die Litauerin
Emilie Plater war.
(Adam Mickiewicz, Nachdichtung von Ella Mandl)
Eine Hütte Zuflucht bot,
Am Tore die Wache des Feldherrn hält.
Der Obrist ringt drin mit dem Tod.
Aus Dörfern strömt es in Menge herbei:
Ein ruhmreicher Held muß es sein, den so treu
Das einfache Volk beweint und beklagt,
Nach dem es so teilnehmend fragt.
Sein Roß ließ er satteln den Freund mancher Not
Und Gefahr im Schlachtengefecht,
Noch einmal will er es sehn vor dem Tod,
Zur Stube herein führt's der Knecht;
Und ließ sich bringen sein Jägergewand,
Patronen und Messer und Gürtelband,
Will wie Czarniecki sein Rüstzeug noch sehn,
Bevor er von hinnen muß gehn.
Und als man das Roß aus der Stube geführt,
Mit Gott trat der Priester herein;
Die rauhen Krieger erbleichten gerührt,
Das Volk betet stumm Litanein.
Und selbst Kosciuszkos Mannen, die kühn
Ihr Leben gewagt schon und fremdes sahn fliehn,
Und niemals geweint eine Trän' -
Die hat man dort weinen gesehn.
Beim Morgengrauen die Glocke erklang,
Doch kein Soldat war mehr da,
Der Russe schon in die Gegend drang,
Nur Volk kam von ferne und nah:
Da lag denn der Feldherr aufgebahrt,
Das Kreuz in die Hand ihm gegeben ward,
Zu Häupten der Sattel, zur Seite lag schwer
Sein Messer, sein Doppelgewehr.
Doch siehe! der Feldherr im Jägerkleid
Hat ein Mädchengesicht und die Brust einer Maid,
Das Volk ward's mit Staunen gewahr.
Der Feldherr - des Aufstandes Führerin
Ein Heldenmädchen, die Litauerin
Emilie Plater war.
(Adam Mickiewicz, Nachdichtung von Ella Mandl)
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